Thüringer Forum Mobilität 2026

Impressionen

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Als Thüringer Innovationszentrum an der TU Ilmenau veranstalten wir seit 2011 in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Landeseinrichtungen in zweijährigem Abstand das Thüringer Forum Mobilität als Leitveranstaltung zu Innovationen in Mobilität und Verkehr. Die achte Ausgabe des Forums fand am 1. Oktober 2026 in der Festhalle Ilmenau statt; sie stand unter dem Motto: 

Vision zero: 
Sauber mobil. Sicher ans Ziel. 

Mit diesem hochaktuellen Themenschwerpunkt wurden Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit der Elektrifizierung, Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung adressiert, die sowohl Umwelt-verträglichkeit als auch Verkehrssicherheit einschließen. Das Forum lud mit Keynotes aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie weiteren Veranstaltungselementen zu einem lebhaften Austausch, Vernetzungsmöglichkeiten und einer kreativen Ideenbörse ein.

Wir danken allen Vortragenden, Gästen, Ausstellern und unterstützenenden Einrichtungen die zu einer gelungenen Veranstaltung beigetragen haben!

Aussteller

Unsere Referenten

Andreas Rade
Verband der Automobilindustrie (VDA)
Geschäftsführer, Abteilung Politik & Gesellschaft

Automobilindustrie im Wandel – Chancen und Anforderungen für den Erfolg

Die Automobilindustrie investiert in den Hochlauf der Elektromobilität und benötigt dafür die richtigen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die europäische Gesetzgebung auf mehr Flexibilität setzen muss, um auch die industriepolitischen Ziele zu erreichen. Zudem haben sich die geopolitischen Rahmenbedingungen und der Wettbewerb in wichtigen Zielmärkten stark verändert. Damit müssen Hersteller und Zulieferer gleichermaßen umgehen und ihre Strategien entsprechend anpassen. Gerade der industrielle Mittelstand hat in den Regionen eine große Bedeutung, worauf politisch zu reagieren ist.“

➢ Präsentation zum Vortrag

Susanne Schulz
Die Autobahn GmbH des Bundes, 
Leiterin Kooperative, vernetzte und automatisierte Mobilität

Die Autobahn denkt mit – auf dem Weg zum vernetzten und autonomen Fahren

Die Entwicklung neuer Technologien bringt es mit sich, dass sich Rollen ändern, neue hinzukommen und Grenzen verschwimmen. Für die Themen Vernetzung und autonomes Fahren in der Mobilität bedeutet das, dass die beiden Welten Fahrzeug und Straße verschmelzen. Hier muss beiderseits viel Verständnis geschaffen werden. Denn die Funktions- und Arbeitsweisen sind grundlegend unterschiedlich. Dennoch müssen wir es schaffen, hier ein gemeinsames, interdisziplinäres Zusammenwirken aufzubauen. Alles für mehr Verkehrssicherheit und für eine digitale mobile Zukunft. Da heißt es mitzudenken: Bei der Rollenverteilung, beim technischen Verständnis, beim Aufbau und bei der Einführung neuer Prozesse. Und das bestenfalls auf europäischer Ebene und gleichzeitig im eigenen Unternehmen und immer mit dem Blick auf externe Partner. 

Der Vortrag zeigt Meilensteine im Bereich der kooperativen intelligenten Verkehrssysteme 
(engl. C-ITS), die wir bereits erreicht haben und welche Erfahrungen wir hieraus für die Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtungen zum autonomen Fahren nutzen können.

➢ Präsentation zum Vortrag

Dr. rer. nat. Ingo Düring
Lohmeyer GmbH, NL Dresden

Luftschadstoffgrenzwerte 2030+: Saubere Mobilität weiter denken - Technik, Verkehrsfluss und Umweltmanagement im Zusammenspiel

Die novellierte EU-Luftqualitätsrichtlinie (2024) verschärft die Anforderungen an die Luftreinhaltung in europäischen Städten deutlich und stellt den Verkehrssektor vor neue Herausforderungen. Neben klassischen Abgasemissionen rücken nicht-abgasbedingte Quellen wie Brems-, Reifen- und Straßenabrieb in den Fokus. Gleichzeitig zeigen Messungen und Modellrechnungen, dass Stickstoffdioxid (NO₂) und Feinstaub im urbanen Raum weiterhin stark durch den Kfz-Verkehr beeinflusst werden.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die EU-Luftqualitätsrichtlinie, ordnet diese in den aktuellen Kenntnisstand zu verkehrsbedingten Emissionen und städtischen Immissionssituationen ein und diskutiert wirksame Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte. Dazu zählen technologische Entwicklungen wie emissionsärmere Antriebe und verbesserte Bremssysteme, die Reduktion nicht-abgasbedingter Partikelemissionen, sowie Ansätze zur Verkehrsverflüssigung. Ein Fokus liegt auf innovativen Steuerungsansätzen durch umweltsensitive Verkehrsmanagementsysteme und praxisnahen Beispielen, wie durch das Zusammenspiel von Fahrzeugtechnik, Verkehrssteuerung und strategischer Planung die Luftqualität nachhaltig verbessert und die ambitionierten EU-Vorgaben erreicht werden können.

➢ Präsentation zum Vortrag

Anke Koller
Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Abteilungsleiterin Verkehrsentwicklung und Mobilitätsstrategie

Mobilitätswende in Hamburg

Die Mobilitätswende in Hamburg steht exemplarisch für den tiefgreifenden Wandel urbaner Verkehrssysteme im 21. Jahrhundert. Die Hansestadt verfolgt einen integrierten Ansatz, der technologische Innovationen mit nachhaltiger Stadtentwicklung verbindet. Im Mittelpunkt stehen die Elektrifizierung, Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung des Verkehrs. Die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs, bei kommunalen Fahrzeugflotten sowie im Individualverkehr ist ein zentraler Ansatz zur Reduktion von CO₂-Emissionen und Luftschadstoffen. Gleichzeitig eröffnen intelligente Assistenzsysteme oder autonome Mobilitätslösungen neue Perspektiven für einen effizienteren und sichereren Verkehrsfluss. Datenbasierte, vernetzte Verkehrssysteme liefern Echtzeitinformationen für die intelligente Verkehrssteuerung und für nutzerorientierte Mobilitätsangebote, die flexibel, intermodal und ressourcenschonend zusammenspielen.

Der Vortrag beleuchtet die Chancen und Herausforderungen dieser Transformationsprozesse und geht insbesondere auf die Rolle Hamburgs als Modellstadt für nachhaltige und intelligente Mobilität ein.

➢ Präsentation zum Vortrag

Alexander Moser-Haas 
Abteilungsleiter Politik und Verkehrswesen im deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.

Vision Zero als Innovations-und Risikomanagementstrategie

Die Vision Zero ist mehr als ein Zielbild: Sie ist eine Strategie für systematisches Risikomanagement im Straßenverkehr. Ausgehend von der Fehlbarkeit und Verletzlichkeit des Menschen richtet sie den Blick auf das Zusammenspiel von Mensch, Infrastruktur und Fahrzeug und auf die Frage, wo Risiken frühzeitig erkannt und durch mehrere Sicherheitsebenen aufgefangen werden können. Der Vortrag spannt den Bogen von aktuellen Handlungsfeldern der Verkehrssicherheit über die Potenziale und Anforderungen einer daten-und KI-basierten Verkehrssteuerung bis zu Assistenzsystemen, vernetzter und autonomer Mobilität. Dabei geht es auch um die Frage, wie Verkehrssicherheit bei konkurrierenden Optimierungszielen gewährleistet werden kann. Abschließend richtet sich der Blick auf Führung und Verkehrs-sicherheitskulturin Unternehmen und Organisationen,sowie auf konkrete Präventions-und Unterstützungsangebote für die Praxis.

➢ Präsentation zum Vortrag

Thomas Kraus
Geschäftsführer PWP Systems GmbH

Umweltorientiertes Verkehrsmanagement Erfurt -Systemarchitektur, Datenbasis, Verkehrs-und Umweltmonitoring, Verkehrssteuerung und –information

Eine umweltorientierte Verkehrssteuerung und Verkehrsinformation trägt zur Reduzierung verkehrsbedingter Luftschadstoffemissionen (Stickoxide, Feinstaub) bei und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Einhaltung der Grenzwerte für Luftschadstoff-immissionen (gemäß der EU-Luftqualitätsrichtlinie). Der Vortrag gibt einen Überblick über das umweltorientierte Verkehrsmanagement am Beispiel der Landeshauptstadt Erfurt und erläutert die Systemarchitektur, die Datenbasis, die ein-gesetzten Verkehrs-und Umweltmodelle,sowie die realisierte Verkehrssteuerung und -information. Im Ausblick wird der Einfluss der Flottenerneuerung und der Nutzen des Datenaustauschs zwischen automatisierten und vernetzten Fahrzeugen und dem Verkehrsmanagement aufgezeigt.

➢ Präsentation zum Vortrag

Dr. Sanwardhini Pantawane
Collaborative Innovation Manager, Valeo Schalter und Sensoren GmbH

Verbundprojekt CONTROL –Controlling Risk forHighlyAutomatedTransportation Systems Operating in Complex Open Environments

Wie garantieren wir die funktionale Sicherheit hochautomatisierter Transportsysteme in einer offenen, dynamischen Umwelt, wenn wir unmöglich alle erdenklichen Szenarien im Voraus testen können? Das VDA-LeitinitiativenprojektCONTROL schlägt eine methodische Brücke zwischen Straßen-und Schienenverkehr, um sicherheits-relevante Unsicherheiten während des Betriebs mathematisch zu beherrschen. Statt rein testbasierter Absicherung setzt CONTROL auf das Prinzip SafetybyDesign: Das Fahrzeug bewertet seine eigene Wahrnehmung zur Laufzeit und reagiert verlässlich auf komplexe „Long-Tail“-Situationen.